Triest das kleine Wien an der Adria
10. August 2009

Blick über Triest
Hoch oben im Nordosten von Italien liegt die schöne Stadt Triest. Lang Zeit war dieser kulturelle Mittelpunkt des 19. Und 20. Jahrhunderts in Vergessenheit geraten. Durch die Nähe des zwar blockfreien aber kommunistisch geführten Jugoslawiens war hier Endstation. Heute entwickelt sich Triest wieder zu einem beliebten Reiseziel für Ausflüge und bietet durch die lange Verbundenheit mit der Habsburger Monarchie ein Flair das an Wien erinnert.
Seit dem 14. Jahrhundert stand Triest unter Habsburg österreichischen Herrschaft. Mit der Erhebung zum Freihafen im Jahr 1719 durch Karl den VI begann der rasante wirtschaftliche und kulturelle Aufstieg der Stadt. Für Österreich Ungarn, war der Hafen der einzige Zugang zum Mittelmeer und hatte so eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung. Die nahe Lage von Venedig hemmt aber über viele Jahre das wirtschaftliche Wachstum. Erst mit der Eroberung von Venedig durch Napoleon und der Eingliederung in den österreichischen Herrschaftsbereich, konnte Triest sich zu seiner späteren Größe entwickeln.
Während dieser Zeit entstanden auch viele städtebauliche Maßnahmen die an Wien erinnern, wie die „Maria-Theresien-Stadt” oder die „Josephsstadt”, die in der Nähe des Hauptplatzes liegen. Um 1900 herum hatte Triest die wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit erreicht. Der damalige Reichtum von Triest ist auch heute noch in diversen Prachtbauten und schönen Plätzen zu bewundern, die die ehemalige Verbundenheit mit der K-K Monarchie dokumentieren.
Nur wenige werden noch Zeitzeugen dieser Geschichte von Triest sein, trotzdem hört man in der Stadt auch heute von nachfolgenden Generationen immer Begriffe wie „Viva l’ Austria”. Bei einem Spaziergang über den zentralen Platz von Triest „Plaza Unita D’Italia” kann man schnell vergessen, dass der Platz direkt an das Mittelmeer grenzt und Triest heute zu Italien gehört. An drei Seiten ist der Platz begrenzt von neoklassischen Bauten, die so gar nicht an Italien sondern eher an Wien und Österreich erinnern. Überall in der Stadt Triest trifft man auf Zeugnisse der Habsburger Monarchie. Das über dem Yachthafen gelegene Schloss Miramare, wurde von Erzherzog Maximilian von Habsburg erbaut.

Hafen von Triest
Zwar hat sich vieles in Triest geändert durch die Jahrhunderte hinweg, aber den typisch italienischen Lebensstil haben sich die Triester bis heute bewahrt. Kulturgrößen wie Rainer Maria Rilke oder James Joyce und die adelige Prominenz wie die bekannte österreichische Kaiserin Sissi finden sich heute nicht mehr in den vielen kleinen Kaffeehäusern in Triest ein, trotzdem sind die Kaffees immer gut gefüllt und bieten ein Bild des mediterranen Lebensstils in Triest. Ein idealer Startpunkt für Ausflüge in Triest selber oder das Umland der Stadt. Das vor allem durch den Weinanbau geprägt ist. Hier kommen so edle Tropfen wie der Tocai Friulano oder der Refosco her. Die meist kleinen Weinbauern öffnen ihre Höfe und bieten Weinproben und eine leckere Jause mit Brot, Schinken, Speck oder Salami. Zum Abschluss gibt es dann eine Käseplatte.
Triest selber verfügt über keine eigenen Strände, wer Baden will kann sich aber an den nahgelegenen Stränden von Grados oder Lignanos in der Adria erfrischen.
(foto quelle ©Oliver Weber / www.pixelio.de)